Soll das wirklich Tierschutz sein?
Tierschutz sollte immer im Interesse der Tiere sein. Ist es im Interesse von Tierheimhunden, nicht an beruftstätige Leute vermittelt zu
werden?
Wir haben eine inzwischen 10 jährige Rottihündin. Sie kam als Welpe zu uns, obwohl wir beide berufstätig sind , (also 8 Std. außer Haus).
Wir haben sie damals vor unserem 6-wöchigen Urlaub geholt. Die 8 Stunden während wir arbeiten, kann sie auf dem Hof in der Sonne liegen,
oder ins Haus gehen. Sie verschläft die lange Zeit des Wartens. Da ist zwar noch die alte Tante im Haus, aber das gibt ihr nichts.
Sicher gibt es Hunde denen es besser geht, aber jede Sekunde, die wir nicht arbeiten, verbringen wir mit unserem Hund. Auch Nachts,
im Urlaub, Einkaufen, alles.
Aber arbeiten müssen wir leider und vermutlich bis 68, und dann brauchten wir uns auch keinen Hund mehr anzuschaffen. Sie ist unser
Traumhund und wir würden unser letztes Hemd für sie geben.
Jetzt komme ich zum Punkt !!!
Viele unserer Bekannten, wollten sich einen Hund anschaffen, haben aber nie einen bekommen, weil sie arbeiten. In einem Fall war die Frau
sogar nur 5 Std. außer Haus. Sie haben die Formulare ausgefüllt wie es sich gehört, aber sobald erwähnt wird, daß jemand arbeitet, bzw.
der Hund längere Zeit allein ist, ist das Thema Vermittlung tabu.
Ich frage mich, ob diese Einstellung grundsätzlich richtig ist.
Daß ein Temperamentsbündel von Hund, nicht stundenlang allein in einer Wohnung eingesperrt sein kann, versteht sich von selbst.
Aber wie von anderer Seite erwähnt, es gibt auch ältere Hunde, die stecken solche Wartezeiten mit schlafen weg.
Und was ist wohl schlimmer? Eingeschläfert werden oder auf Herrchen warten und wenn er dann da ist, volle Rudelgemeinsamkeit genießen.
Ich finde da sollte man mal ein bißchen lockerer an die Sache ran gehen, dann hätten auch mehr Hunde eine Chance ein neues Zuhause zu
finden.
Formalitäten müssen sein und unbedingt auch Kontrollen nach einer Vermittlung !!!
Aber Tiere nicht zu vermitteln, weil die Leute auch arbeiten müssen, finde ich, ist nicht in jedem Fall (wie gesagt) der richtige Weg.
Ich glaube wenn man die Tierheimhunde fragen würde, wie sie darüber denken, weiß ich die Antwort.
Sicher gibt es nicht's besseres, als daß immer jemand zu Hause ist, aber solche Idealfälle, sind doch eher selten und mit Liebe und
Einfühlungsvermögen, lernt ein Hund mit den Lebensumständen zurecht zu kommen.
Versteht sich von selbst, daß auch ein gesunder Ausgleich da sein muß, wenn man dann zu Hause ist. Große Spaziergange sind ein Teil
davon, auch wenn man vielleicht selbst müde ist.
Wir machen das so und ich schätze, andere Hundefreunde würden es ebenso handhaben, wenn sie Gelegenheit dazu hätten.
Unsere Bekannten haben sich nach etlichen Versuchen, (auch in hiesigen Tierheimen), einen Tierheimhund zu bekommen, nun einen Welpen vom
Züchter gekauft.
Kann das der richtige Weg sein bei soviel Hundeelend ???
Wenn man überlegt, daß Hunde im Süden, ihr ganzes Leben an der Kette verbringen, ist diese Variante doch wohl durchaus eine Überlegung
wert.
Man sollte grundsätzlich nicht nur nach optimalen Bedingungen bei der Vermittlung gehen, dann könnten sicher noch mehr Tiere ein Zuhause
finden, vor allem auch vielleicht die Älteren, oder ruhigeren Vertreter, die froh wären, ein Dach über dem Kopf zu haben und Menschen
die sie lieben, auch wenn diese nicht immer gegenwärtig sind.
Rosi Bresselschmitt.