Umweltfreundlich ? Das gibt’s doch gar nicht!
Wer diesen Begriff „umweltfreundlich“ mal erfunden hat, gehört nachträglich noch geohrfeigt. Man kann nicht freundlich zur Umwelt sein. Man ist auch nicht schon deswegen freundlich zu jemand, wenn man ihm absichtlich keinen Schaden zufügt. Also ist dieses Wort falsch.
Es könnte höchstens „umweltunschädlich“ heißen. Aber „schädlich“ klingt gar nicht gut und „unschädlich“ auch nicht besser, obwohl das ja eigentlich etwas Gutes ist. Stellen Sie sich vor, Sie müssten jemand mitteilen, Sie wären (umwelt)unschädlich. Igitt!! Dann doch lieber „freundlich“, auch wenn’s Unsinn ist. Deshalb verwendet niemand den Begriff „umweltunschädlich“.

Warum benutzt überhaupt jemand "umweltfreundlich"? Um sich oder das, was er anderen andrehen will, aufzuwerten. Einen anderen Grund gibt es nicht!

"Umweltfreundlich“ wird bis zum Erbrechen strapaziert, für menschliche Verhaltensweisen benutzt von Leuten, die sich besser darstellen wollen. Das gipfelt dann in Äußerungen wie : „Ich benutze umweltfreundliche Papiertüten zum Aufsammeln des Kots meines Hundes anstelle von schädlichen Plastikbeuteln.“ Es ist schon irre, welchen Schwachsinn Leute erfolgreich von sich geben können. Und niemand sagt etwas dazu, sondern veröffentlicht das auch noch.
Oder jemand wirbt für Spielzeug aus Holz mit "umweltfreundlich", um dieses Produkt besser verkaufen zu können. Nur wenn Holz vergeht, durch Faulen oder Verbrennen, entsteht Kohlendioxid. Niemand sagt oder schreibt etwas dazu, daß diese Werbung Irreführung ist.
Ebenso missbraucht wird der Begriff „Umweltschutz“. Von Politikern, Behörden, Mediengestaltern, bis hin zur Hausfrau und natürlich von den selbsternannten Umweltschützern. Und da müssten die Deutschen eine Vorbildfunktion erfüllen. Warum ausgerechnet die Deutschen eigentlich? Weiß keiner, aber das ist so und das kann man überall lesen. Da rufen Leute dazu auf, gemeinsam in den Wald zu gehen und dort weggeworfene Gegenstände zu sammeln und als Abfall zu entsorgen und bezeichnen dies als Umweltschutz. Also müsste der Wohlstandsmüll im Wald diesem schaden, wenn er dort liegen bleibt. Wie denn? Oder dem Grundwasser. Wie das? Oder die gute Waldluft könnte Schaden nehmen? Oder vielleicht einem Tier schaden, das die weggeworfene Zigarettenschachtel oder Bierdose auffrisst?
Natürlich sieht der Müll im Wald nicht schön aus und es ist deshalb erfreulich, wenn jemand das dort wegnimmt und auch andere dazu animiert.
Nur mit Umweltschutz hat dies überhaupt nichts zu tun. Das mit der Zigarettenschachtel ist nur ein Beispiel für üblichen Waldmüll und ist ausdrücklich keineswegs gegen die Tabakwarenindustrie, den Tabakwarenhandel oder die Tabakwarenkonsumenten gerichtet. Die Gefahr des Passivrauchens ist im Wald ja auch nicht so groß, wie in einer Kneipe, obwohl das auch dort nicht bewiesen ist, außer mit Statistik, mit der man bekanntlich alles, auch das Gegenteil beweisen kann. Wo die Leute auch (leere) Zigarettenschachteln einfach liegen lassen und leere Bierdosen stehen lassen würden, wenn sie hier nicht meistens Gläser verwenden würden, die sie natürlich auch stehen lassen, wenn leer.
Also man muß doch, jeder muß doch, etwas für den Umweltschutz tun!
Das ist doch wohl klar.
Folglich nimmt jemand, das stand wirklich in der Zeitung, eine Papiertüte anstelle eines Plastikbeutels zum Aufnehmen von Hundekacke, um sein Umweltbewußsein und seine Umweltaktivität zu demonstrieren. Nur macht sich der „Umweltschützer“ über den Papierbeutel hinaus keine Gedanken, z.B. was wie geschützt wird. Oder in welcher Weise was wie schadet. Allerdings wurde diese Aktion gleich noch zum Klimaschutz aufgewertet, was jetzt gerade in aller Munde ist, besser, aus allen möglichen Mündern unqualifiziert herausquillt. Auch hier müssen die Deutschen wieder eine Vorbildfunktion haben, wie es auf vielen Gebieten seit langer langer Zeit deutsche Tradition ist. Schließlich haben die Deutschen schon den Kaffern in Südafrika vor über 100 Jahren etwas beigebracht, z.B. dass man sterben muß, wenn man nicht so will, wie die Deutschen.
Zurück zur Umwelt. Wenn man eine Umfrage machen würde: „was ist denn die Umwelt?“ oder „was bedeutet Umweltschutz?“ und „wer oder was ist umweltfreundlich?“ würde man sich wundern, dass kaum jemand hierzu etwas Richtiges oder Vernünftiges sagen könnte. Das glauben Sie nicht? Dann starten Sie doch mal diese Umfrage und fangen bei sich an! Natürlich gelten nur Antworten, die Ihnen oder anderen einfallen, nicht Zitate aus’m Lexikon oder anderen Geschreibsel. Diese Art der Formulierung (aus’m Lexikon) wurde absichtlich gewählt, um nicht durch den Begriff „Lexika“ (Plural von Lexikon – Verzeichung, ich meinte Mehrzahl) Verwirrung zu stiften. Es soll schon Leute gegeben haben, die "Lexika" für einen neuen Action -Thriller mit Bruce Willis gehalten haben.
Zur Zeit gipfelt der Umweltschutz im Klimaschutz und alle Welt spricht darüber, eingeschlossen unsere überbezahlten Regierungpolitiker, die nichts anderes zustande bringen, als uns immer weiter das Geld aus der Tasche zu ziehen und schon laut über eine Klimaabgabe nachdenken, nicht zu vergessen die Medien, natürlich die Experten auf allen Gebieten, allen voran die Meteorologen, die noch nicht einmal das Wetter für den nächsten Tag richtig vorhersagen können und meinen etwas von globalem Klima zu verstehen, hervorstechend auch die unbedarften Vertreter der Printmedien. Wenn es diese Art von Journalisten schon zu Lord Byron’s Zeiten gegeben hätte, hätte er vermutlich seinen bekannten Ausspruch „jeder findet einen passenden Beruf und die, die übrig bleiben, werden Lehrer“ auch auf die Journalisten ausgedehnt, die diese Themen jeden Tag bis zum Erbrechen ausschlachten, und alles dreht sich um den „Klimakiller“ Kohlendioxid, das von den Autos kommt, weshalb jetzt die böse Autoindustrie Schuld ist, obwohl die Autos nur zu ca. 11 Prozent an der Kohlendioxidproduktion beteiligt sind. Aber Autos kennt schließlich jeder, deshalb schreibt man eben nur dies. Von den anderen 89 Prozent liest man nichts. Es will auch niemand lesen, dass es überhaupt für nichts und niemand eine Rolle spielt, außer für einige dämliche selbsternannte Umweltschützer, ob bei 100 Hundekacketüten aus Plastik drei Papiertüten dabei sind oder nicht. Aber ein kleines Auto, das aufgrund seines der Grösse entsprechenden geringen Gewichts weniger Sprit verbraucht als ein größeres schwereres Auto, das wird als „umweltfreundlich“ bezeichnet und als Beitrag zum „Klimaschutz“. Darüber kann man endlos dummes Zeug schreiben, immer wieder hirnlose Forderungen stellen, natürlich immer an die anderen.
Dabei ist die Lösung so einfach.

Weil jeder Mensch jeden Tag 24 Stunden lang insgesamt ca. 1 kg Kohlendioxid ausatmet und damit zum prophezeiten Klimawandel beiträgt, wobei der Anteil am Gesamtkohlendioxidaufkommen hier wie immer vernachlässigt werden soll, also wenn alle Leute, die sich gegen das böse Kohlendioxid und für den Klimaschutz wirklich einsetzen wollen und schon immer für den Umweltschutz waren, sich einen Strick (natürlich ökologischen Ursprungs) nehmen und sich aufhängen würden, um diese Quelle der Klimakiller-Produktion zu stoppen, würde garantiert niemand mehr über diese Dinge reden, schreiben oder sich sonstwie damit beschäftigen.

Ruprecht Schmidt/2007