Ausländische Hunde auf deutsch
Die italienische Herdenschutzhundrasse „Cane da Pastore Maremmano-Abruzzese“, so
der richtige Name, wird in Deutschland häufig verfälscht.
„Cane da Pastore“ heißt zu deutsch einfach nur „Schäferhund“.
„maremmano“ heißt übersetzt „maremmanisch“ und „abruzzese“ heißt „abruzzisch“,
also ein maremmanisch-abruzzischer Schäferhund.
Was Deutschsprachige daraus machen ist oft grauslich, egal ob eingedeutscht als
Maremmen-Abruzzen-Schäferhund (VdH), Maremmane oder unter Zuhilfenahme des
Italienischen „Pastore di Maremmano“, „Pastore da Maremmano-Abruzzese“,
„Pastore de Maremmano Abruzzese“ u.ä.
So findet man in einem einzigen Artikel (Tierwelt, Hans-Peter Blättler, Geschichte und Herkunft)folgende
unterschiedliche Bezeichnungen :
Maremmano-Schäferhund
Maremmano-Abruzzese
Maremmenhund
Maremmano
Maremma
Maremmane
Maremmaner (Einzahl)
Maremmaner (Mehrzahl)
Maremmas (Mehrzahl)
Maremmanen (Mehrzahl)
Italiener benutzen umgangssprachlich als Kurzform die Bezeichnung „Maremmano“, selbst
in der italienischen kynologischen Literatur findet man Bezeichnungen wie „ Il
Pastore Maremmano-Abruzzese“, was eigentlich nur „Der
maremmanisch-abruzzische Schäfer“ heißt, wobei der Hund fehlt.
Die Abruzzen kennt man als eingedeutschte Bezeichnung. Die Maremma (Einzahl) in
deutsch zu Maremmen (Mehrzahl) zu machen, ist einfach falsch. Wenn schon
eingedeutscht dann bitte „Maremma-Abruzzen-Schäferhund“.
So scheint es sinnvoll, eine Kurzform zu wählen, in Anlehung an italienische
Bezeichnungen, z.B. „Maremmano“ oder noch kürzer „PMA“, ähnlich wie PON.
In Italien antworte ich auf die Frage nach der Rasse „Maremmano“, das versteht fast
jeder. In Deutschland benutze ich lieber den richtigen italienischen Namen.
Dabei passiert es häufig, das man als Antwort ein „Äh“ bekommt oder „Können
Sie das nicht auf deutsch sagen“.
Ich
antworte dann meist, dass dies italienische Hunde sind, die nur italienisch
sprechen, aber auch etwas deutsch verstehen. Man glaubt kaum, wie oft dann ein „Ach
so“ oder ein verständnisvolles Nicken darauf folgt.
Mit originalen ausländischen Hunderassenbezeichnungen tun sich viele Deutsche
schwer. Da gibt es z.B. den bekannten „Cocker-Spanier“, den
„Pyramiden-Berghund“ oder den „Mallineu“.
Aber wenn jemand „Carlo“ oder „Carlos“ heißt, was ebenso häufig verwechselt wird, sagt keiner „Karl“. Warum also das
Eindeutschen klangvoller ausländischer Namen?
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