Der Hund im Rudel Familie
Bei Aufnahme eines Hundes in die Familie ergibt sich aus Sicht des Hundes die Notwendigkeit der Klärung der Rangordnung innerhalb
des Rudels Familie. Die Einordnung innerhalb eines Rudels ist für den Hund eines der wichtigsten Elemente seines
Lebens und solange seine Rangordnung nicht eindeutig geklärt und dem Hund
vermittelt worden ist, wird der Hund selbst versuchen, sich nach seinem
Ermessen einzuordnen, was zu Problemen führt.
Die Festlegung
der Rangordnung obliegt dem Rudelführer, also dem Menschen im Rudel Familie,
dessen Autoriät der Hund anerkennt.
Autorität ist
nicht selbständig, sondern bezeichnet ein Verhältnis, es bedeutet eine
Überlegenheit gegenüber anderen, d.h. der Rudelführer muß dem Hund seine
Autorität und seine Rangordnung hinter den menschlichen Rudelmitgliedern
vermitteln.
Dies geschieht
schon durch die überlegene Körpergröße und Kraft des Menschen, die jedoch
allein spätestens dann nicht mehr ausreicht, wenn
der Hund mit etwa
8 Monaten pubertiert oder später dann geschlechtsreif wird. Das
Selbstbewusstsein des Hundes wird dann enorm gesteigert und drückt sich in
Eigenwilligkeit und Dominanzverhalten aus. Je nach Charakter und Prägung kann dies
aber auch schon im Welpenalter auftreten und ist besonders bei Hirtenhundrassen
aufgrund der genetischen Veranlagung oft recht ausgeprägt.
Auch in einem
reinen Hunderudel oder anderen Tierrudeln müssen sich die einzelnen Tiere
häufig ihren Platz im Rudel durch ranghöhere Rudelmitglieder
erneut zuweisen
lassen oder Rangniedere auf ihren Platz verweisen.
Ist dies erst geklärt, ist
im Rudel friedliches undgeregeltes
Leben. Dies ist im Rudel
Mensch-Hund nicht
anders.
Der
Mensch im Rudel Familie und Hund versteht oft
nicht, diesen elementaren Bedürfnissen des Hundes als Rudeltier nachzukommen.
Autorität über
die der Größe hinaus hat der Mensch gegenüber dem Hund nicht.
Er erlangt sie erst durch ein bestimmendes
Verhalten gegenüber dem
Hund, d.h. er
bestimmt das Leben mit dem Hund, wann der Hund zu fressen
bekommt, wann, wie
lange und wie gespielt wird, wann und
wie der Ausgang erfolgt, also was dem Hund erlaubt ist und was nicht.
Dabei ist die Stimme das wichtigste
Hilfsmittel. Einfache und eindeutige Ausdrucksweise sowie der Tonfall wird vom
Hund leicht verstanden und er lernt schnell, solchen Anordnungen zu folgen. Der
Mensch muß dem Hund beibringen, was er darf und was nicht.
Dies kann der Hund nur durch viele
wiederholte Erfahrungen lernen.
Bei der Erziehung
von Hunden, die der von Kindern in vielen Bereichen sehr
ähnlich ist, ist
Konsequenz ein wichtiges Merkmal, ebenso eine eindeutige
Willensvermittlung.
Das bedeutet, eine Erziehungsmaßnahme am Hund muß konsequent solange in
gleicher Weise wiederholt werden, bis das Ergebnis
zufriedenstellend
ist. In der Praxis bedeutet dies, dass man Anordnungen
situationsbedingt
immer gleich ausdrückt und die Einhaltung durchsetzt und
jede Folgsamkeit
des Hundes sofort belohnt, auch wenn die Ausführung noch
nicht so perfekt
erfolgt, wie es gedacht war. Die
Belohnung ist auch wichtig, wenn der Hund nach einem Ungehorsam dann einer
Anordnung folgt, egal
was er auch vorher
angestellt hat oder wie sehr man aufgebracht ist.
Da ein Hund auch
immer wieder etwas macht oder machen will, was er nicht soll, ist es nützlich,
ihm von Anfang an auch Verbotsanweisungen beizubringen. Es nützt nichts, wenn
man im vorwurfvollen Tonfall den Namen
des Hundes ruft.
Ebensowenig nützt der Name, wenn man den Hund rufen will. Viele Leute glauben,
weil der neugierige Welpe bei Rufen seines Namens
früher herankam,
dass dies so bleibt. Damit erregt man in der Regel nur die Aufmerksamkeit des
Hundes, es sei denn, man hat dem Hund darauf trainiert,
auf den Ruf
seines Namens zu kommen.
Wie auch immer,
jeder Hund ist anders, reagiert anders in unterschiedlichen
Situationen. Was
am besten funktioniert, muß man ausprobieren. Hinterher
weiß man es immer
besser.
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