Die richtige Hundeerziehung
beschrieben von Hartmut Deckert (HD)
kommentiert von Ruprecht Schmidt
Beim Surfen im Internet bin ich auf einen Artikel über Hundeerziehung gestossen, der alles übertrifft, was ich bisher über dieses Thema gelesen habe. Da schreibt HD in seiner Internet-Zeitung (www.pro-Hirtenhunde.de) über die Erziehung von Hirtenhunden und man liesst, dass es so hervorragend mit seinen Hunden klappt und die er immer ohne Leine laufen lässt, dann lässt einen das so richtig neidvoll denken, wie macht er das bloss. Da der Artikel in manchen Teilen schwer verständlich ist, gebe ich einige Auszüge wieder, mit meinen Erläuterungen versehen.
HD gibt gleich am Anfang ein anschauliches Beispiel für die erforderliche Erziehung bereits im Welpenalter:
Beispiel: Hunde haben auf Kinderspielplätzen nichts zu suchen. Das kann ich einem Welpen bereits vermitteln, ohne Druck oder gar Gewalt, nur mit Geduld und Spucke. Ein Hirtenhund begreift das „ruck zuck“.
Genau betrachtet, sagt HD gar nichts über das Wie der Erziehung, sondern nur dass er das angeblich kann. Aber wozu braucht er dann Geduld, wenn sein Hirtenhund das „ruck zuck“ begreift? Oder ob die Spucke das Entscheidende ist?
Also selbst wenn, ich möchte meine Hunde zwecks Erziehung nicht Anspucken!
HD schreibt weiter, dass ein junger Hund lernen muss, wie man mit Kindern umgeht, denn :
die haben z.B .keine lange Haare und ein dichtes Fell, sondern sind wesentlich empfindlicher.
(gemeint sind mit dieser Beschreibung wohl Kinder)
Hunde begreifen das sehr schnell, wenn man sie anleitet.
Wie macht HD das? Schreibt er leider nicht.
Es folgt ein weiteres exemplarisches Beispiel seiner Hundeerziehung das lautet:
Andererseits sollten auch die „lieben Kleinen“ lernen, was man einem Hund zumuten kann und was nicht. Meine Frau und ich haben unserer Tochter auch nicht auf dem Teller rumgefummelt, daher ist sie nie auf die Idee gekommen, das bei unseren Hunden zu tun. Und darum ist nie etwas passiert, um nur ein Beispiel zu nennen.
Das bedeutet doch, man unterlässt alles bei der Erziehung der Kinder, damit diese nicht auf die Idee kommen, Entsprechendes bei den Hunden zu machen, weil sonst was (auch immer) passieren könnte – oder? Aber unsere Hunde fressen ja auch nicht vom Teller, da ist das was anderes, um nur ein Beispiel zu nennen.
Die Anforderungen, die HD hinsichtlich Erziehung und Gehorsam an seine Hunde stellt, beschreibt er so:
Wir sind daher dann mit unseren Hunden absolut zufrieden, wenn sie etwas ganz ohne Leinen getan haben. Zum Beispiel gibt es bei uns eine Pferdekoppel. Die dürfen sie nicht betreten, egal ob die Pferde draussen sind oder nicht. Das befolgen unsere Hunde eben ohne Leine.
Wieder schreibt HD nicht, warum seine Hunde sich so verhalten oder wie er es ihnen beigebracht hat. Er schreibt „befolgen“! Was befolgen die Hunde denn? Hat HD mal eben so beiläufig angedeutet, dass sie nicht auf die Pferdekoppel gehen sollten und das haben sie „ruck zuck“ begriffen und befolgen das seitdem? Wohlgemerkt sogar ohne Leine. Oder HD hat mal kurz gespuckt als die Hunde auf die Koppel wollten?
Was für eine Erziehung !! Da kann man nur neidisch werden!
Und HD schreibt weiter:
. . . ..und deswegen erziehen wir unsere beide Hunde, wie bisher beschrieben.
Das müsste doch bedeuten, überhaupt nicht, denn HD hat bisher nichts darüber geschrieben,
wie
er die Hunde erzieht.
HD erklärt das dann auch gleich wie folgt:
Und bisher hat das auch immer geklappt.
Die Begründung dazu erfolgt sofort danach :
Denn wir laufen ohne Leine und die meiste Zeit des Jahres in der Dunkelheit. Und wir kommen nach jedem Spaziergang ohne Stress wieder heim.
Da HD in einem Dorf lebt, wird er dann vermutlich weder Mensch noch Hund begegnen und da das mit der Pferdekoppel auch kein Problem ist, da versteht man, dass kein Stress aufkommt.Beneidenswert! HD hat seine Hunde so erzogen, dass sie nur einmal am Tag abends im Dunkeln sich lösen müssen. Das sieht dann auch keiner und es regt sich keiner über die Hundehaufen auf. Ist ja dunkel und keiner da.
Andererseits muss auch das mit der Spucke nicht immer „ruck zuck“ funktionieren, weil sie nach dem abendlichen Aufenthalt im Haus :
. . danach gehen unsere beiden mit durchhängender Leine wieder raus. . . .
Daraus muss man doch schliessen, dass die Hunde an der Leine rausgeführt werden müssen, weil sie sonst nicht rausgehen. Und dass HD im Umkehrschluss jeden Abend absolut unzufrieden sein muss mit seinen Hunden, weil sie etwas nicht ganz ohne Leine tun.
Also zu unseren beiden Hirtenhunden sage ich einfach „schlafen gehen“ und dann stehen sie auf und gegen nach draussen in ihr Gehege(ohne Leine). Das musste natürlich erst geübt werden, mit rufen und Lekkerli anbieten. Irgendwann hatten sie’s begriffen. Man hat’s ja nicht so leicht, wenn man nicht so’ne Spucke hat, wie HD. Natürlich muss ich auch noch die Tür aufmachen, weil – das hab ich ihnen nicht beigebracht.
Irgendwie habe ich das mit der Erziehung von HD beim Lesen noch nicht begriffen.
Er gibt dann noch ein Beispiel für Erziehung wie folgt:
Bei der Erziehung unserer Hunde haben wir immer deren buchstäbliche Neugier einbezogen. Haben wir uns z.B. irgendwo hingesetzt, kamen sie automatisch zu uns zurück. So haben sie sehr einfach gelernt, das
(s)
man nicht einfach abhaut.
Tolle Methode!! Einfach hinsetzen und die Hunde laufen nicht weg. Und kommen sogar zurück, wenn sie schon weggelaufen sind. Automatisch!! Einfach genial!!!
Ich hab jetzt immer noch nicht kapiert, wie HD das macht mit der Erziehung und lese weiter.
Aber auch folgende Ausführungen machen mich nicht schlauer:
Wir sind nämlich der Meinung, wenn ein Hund etwas nicht können muss, weil wir es nicht für nötig erachten, braucht man ihn auch nicht zu bestrafen, wenn er dann so etwas nicht richtig ausführt.
Diese Aussage habe ich nun überhaupt nicht verstanden. Ist HD der Meinung, daß man einen Hund nicht bestrafen muß, wenn er etwas nicht richtig macht, wenn er der Meinung ist, daß der Hund das nicht können muß? Wie bezieht sich diese Aussage auf die Erziehung? Und warum sollte jemand seinen Hund überhaupt bestrafen, wenn dieser etwas nicht macht, was er nicht können muß?
Der Schlussatz bringt dann doch noch die erlösende Erkenntnis! HD schreibt:
Gemeint ist damit, je weniger Erziehung, umso weniger Probleme.
Das ist eine bedeutungsvolle Ausage. Daraus folgt logischerweise
keine Erziehung - keine Probleme.
Jetzt weiss ich, warum HD keine Probleme hat, nur warum schreibt er dann, dass er seine Hunde erzogen hat? Natürlich kann er dann auch nie schreiben, wie er seine Hunde erzogen hat.
Wer hat schon gern Probleme? Auf dem Dorfe und abends im Dunkeln hat’s damit wohl keine Probleme. Leider leben wir und viele andere weder auf dem Dorfe noch können wir nur im Dunkeln mit unseren Hunden rausgehen und müssen unsere Hunde deshalb schon richtig erziehen.
HD hat einen Fehler gemacht. Er hätte in die Politik gehen sollen. Da hätte er es zu was gebracht. So wie er über alles Bescheid weiss und noch dazu immer besser als andere, das hat schon was. So wie er mit viel Worten gar nichts sagt, wie er andere nur schlecht macht, wie er alles besser macht als andere, nur nie sagt wie, wie er mit Unwahrheiten um sich wirft, darum würde ihn mancher Politiker noch beneiden. Er könnte dann in seiner Internet-Zeitung, "Polit-Blättle" genannt auf alle Mißstände in der Politik aufmerksam machen, seine Urteile über andere Politiker fällen und sich "Sprachrohr des Volkes" nennen.