Bianca
war unser erster Maremmano. Wir bekamen sie im Urlaub in Italien als Welpe geschenkt. Auf der Rückfahrt hielten wir öfter an, damit Bianca sich lösen sollte. Sie ging jedoch freiwillig keinen Schritt. Meine Frau mußte vor ihr her hüpfen, damit sie sich bewegte. Zu Hause hat sie dann erst unsere Blumen reduziert, anschließend Löcher gebuddelt. Dies hat auch nicht aufgehört, als sie erwachsen war. Einmal hat sie unter einer 5 Meter hohen Tanne soweit gebuddelt, daß der Baum fast umgefallen wäre. Alle Versuche das Buddeln zu reduzieren schlugen fehl. Nach ständigem Zuschütten der Löcher, Einbringen von großen Steinblöcken und Betonplatten habe ich einmal versucht, ein Loch mit Erde zu füllen. Nach Einbringen von 3 gehäuften Schubkarren, was nicht reichte, gab ich schließlich auf. Bianca war so gelehrig wie eigensinnig. Häufig machte sie, was man von ihr wollte, damit sie danach ihre Ruhe hatte. Manchmal war einfach nichts zu machen, wenn sie nicht wollte. Dennoch hat sie uns viel Freude gemacht. Eines Tages merkte meine Frau, daß sie sich sehr unwohl fühlte. Sie weinte und wollte kein Leckerli annehmen. Meine Frau fuhr sofort zum Tierarzt, aber es war schon zu spät. Auf dem Weg dorthin ist sie gestorben. Ursache war eine Magendrehung. Bianca war 12 Jahre bei uns.

Timo
haben wir 1 Jahr nach Bianca als Welpe aus Italien mitgebracht. Wir wollten mal züchten. Timo war ein ganz besonderer Hund. Ausgewachsen hatte er eine Schulterhöhe von 82 cm und wog 70 Kilo. Er war ruhig und sehr anhänglich. Er lief nicht wie ein Hund, sondern Schritt wie ein Löwe. Mit dem Züchten war übrigens nichts, Bianca hat ihn nicht rangelassen. Er ging keinem Streit mit anderen Rüden aus dem Weg, außer auf Ausstellungen. Da hat er nie einen anderen Rüden angemacht. Mit 4 Jahren bekam er als Folge einer Zwingerhusteninfektion eine schweren Herzfehler und die Tierärzte sagten uns, wir müßten damit rechnen, daß er plötzlich tot umfallen kann. Leider kam einige Monate danach noch Diabetis hinzu. Er mußte nun jeden Tag Tabletten einnehmen und nach Messung des Blutzuckergehalts Insulin gespritzt bekommen. Er hat alles geduldig mitgemacht. Nur hat er die in Leberwurst, Schinken oder Käse eingewickelten Tabletten meist versucht auszuspucken, aber wir haben aufgepasst. Als wir ihn dann erwischt haben, daß er die Tabletten später draußen auszuspuckte, er hatte sie in der Backentasche deponiert, mußten wir auch das noch kontrollieren, ob er sie tatsächlich geschluckt hatte, weil die regelmäßige Einnahme der Medikamente lebenswichtig war. So hat er noch fast 4 Jahre bei und mit uns gelebt und es ging ihm fast immer gut, bis zum letzten Tag, als er nach einem Spaziergang ins Auto einstieg und gleich darauf tot umfiel.

Carlo
war unser dritter Marammano, ebenfalls als Welpe aus Italien mitgebracht. Er mußte oft unter der Vorherschaft von Bianca und Timo zurückstecken und lebte nach einer Trauerzeit um Bianca richtig auf. Er war freundlich zu allen die er kannte, zurückhaltend bei Fremden, folgsam und anhänglich. Leider bekam er mit 9 Jahren Schilddrüsenkrebs. Nach erfolgter Operation und anschließender Chemotherapie hatte er sich wieder gut erholt, wobei die junge Luna ihn nocheinmal munter machte. Nachdem er Probleme mit einer vergrößerten Prostata bekam, wurde er auf Anraten des Tierarztes kastriert. Leider hat sich später unbemerkt dort ein Karzinom gebildet. Nach mehreren Untersuchungen stand fest, daß eine Operation sein Leben höchstens einige Wochen verlängern könnte und wir wollten ihn nicht nocheinmal mehr damit belasten. Nachdem er eine Woche nicht mehr gefressen hat, weil das Karzinom den Darm verschloß und auch die verabreichten Schmerzmittel sicherlich nicht 24 Stunden wirksam waren, haben wir ihn schweren Herzens einschläfern lassen, um ihm weitere Leiden an seinen letzten Lebenstagen zu ersparen.

Luna
haben wir auch als Welpe aus Italien mitgebracht. Sie ist rotzfrech aber auch sehr lieb. Sie ist untypisch freundlich zu allen Leuten, möchte von jedem Menschen den sie trifft getreichelt werden und ist ein großer Schmuser. Sie ist sehr kommunikativ, verständigt sich mit uns und anderen durch komische Laute und Gewese und ist überall beliebt. Leider war sie von Anfang an etwas ängstlich, was sich bis heute nach 2 Jahren nicht gelegt hat, weshalb etwas strengere Erziehungsmethoden nicht anwendbar sind. Sie gehorcht sehr gut, wenn ihr etwas verboten wird, aber kommt ungern, wenn sie gerufen wird und gerade etwas anderes vorhat. Sie spielt immer noch sehr gern mit Menschen und Hunden, weiß sehr wohl, wenn sie ungehorsam ist und meidet dann unsere Nähe. Erst wenn sie merkt, daß wir weiter freundlich zu ihr sind, gibt sie dieses Verhalten auf. Sie reagiert auch schreckhaft auf unerwartete Bewegungen, wie das Öffnen einer Tür oder auf laute Geräusche und merkt sich unangenehme Erfahrungen. Trotzdem hat sie viele gute Eigenschaften, sodaß wir der Meinung sind, sie sollte einmal Junge haben, um diese Eigenschaften weiterzugeben.


Unsere Maremmani waren immer bei uns. Sie sind mit Einkaufen gefahren, im Sommer sind wir regelmäßig zu Teichen in der Umgebung gefahren, damit die Hunde sich abkühlen konnten, im Winter sind wir mit ihnen in den Harz gefahren, weil nur dort Schnee war, im Urlaub haben wir sie mitgenommen, wir sind mit allen in eine Hundeschule gegangen und auch jetzt sind sie in Gedanken noch bei uns. Jeder war auf seine Art unvergleichlich und durch sie sind wir so richtig auf den Hund gekommen, obwohl wir vorher schon mal einen Cocker Spaniel hatten. Erst die Maremmani haben unser Leben nachhaltig beeinflusst, andere Interessen in den Hintergrund treten lassen. Das geht soweit, daß ich beim Essen nicht alle Kartoffeln aufessen darf, ein bis zwei Stück müssen überbleiben, damit Luna nach dem Essen etwas Besonderes bekommt, meist noch mit etwas Sourcreme darauf. Nach dem Mittagsauslauf muß ein besonderes Leckerli gegeben werden und vor dem Schlafengehen auch nocheinmal.
Verwöhnt ist der Hund nicht, sagt meine Frau.

Antonella
ist aus Luna's erstem Wurf. Sie war die Letzte. Wir haben ihre Geburt gar nicht bemerkt. Gegen 4 Uhr morgens war der letzte Welpe angekommen und wir hatten für 11 Uhr den Tierarzt bestellt. 15 Minuten vor 11 Uhr wurde die Wurfkiste nocheinmal gesäubert und frisch ausgelegt. Als pünktlich der Tierarzt kam, fragte er nach der Anzahl der Welpen. Auf die Antwort "sechs" entgegnete er "er zähle aber sieben". So war Antonella unbemerkt noch dazu gekommen. Wahrscheinlich hat sie es sich, nachdem die anderen Welpen draußen warfen, erst mal bequem gemacht und noch ein Schläfchen gehalten. Sie hat sich aber, wie alle ihre Geschwister, gut entwickelt, ähnelt ihrer Mama in Aussehen und Wesen sehr, sie ist noch etwas lebhafter als Luna.